Aber nicht nur jammern und klagen, es ist wirklich lustig hier mit allen und macht auch trotz aller Wehwehchen großen spaß. An manchen Tagen, wenn die Berge nicht so lang und steil sind, ist das Radeln hier Rock'n'Roll. Die Orte sind entzückend und die Turnhallen ganz kuschelig. So, jetzt aber fix die müden Beinchen hochlegen.
Lieben Gruß schickt euch Bille

Die Stabkirche im Etappenziel Lom
(dw) Heute bin ich mit Heiko und Hanko über den ersten Berg gekommen. Zusammen in einer Gruppe von ca. 8 Personen sind wir dann die 70 KM Bergab bis zur zweiten Verpflegung gefahren. Dort hat uns Stefan dann wieder eingeholt, da wir gehalten haben und er weiter gefahren ist. Dann kam nach einer kleinen (20km) langen Anfahrt der gefürchtete Berg: Eine Wand! Wir waren alle schon ziemlich leer gefahren und die Strecke - innerhalb von 15 KM von 400 auf 1800 Meter - so steil, dass ich es gleich aufgegeben habe, mich mit den anderen zu messen. Das Ziel war einfach nur, sich auf diesen Berg zu hieven, ohne abzusteigen. Mit Schlangenlinien ist mir dies auch gelungen. Im Gegensatz zu einigen, die gar nicht erst hochgefahren sind und jetzt in der Touristenklasse fahren und vielen anderen, die weite Strecken gegangen sind... Auch so eine Sache mit Fahrradschuhen am Ende auch noch bei Regen die höchste befahrbare Strasse Norwegens hoch zu gehen. Mir war dann irgendwann auch der Grund entfallen, warum ich dort hochfahre, da wir den Übernachtungsort schon passiert hatten und nach dem Gipfel zu diesem zurück gefahren sind. Man konnte sich also nichts vormachen und sagen: "ich muss über diesen Berg um in die 'Valhall' zu kommen" :-)
Jetzt habe ich Schmerzen beim Tippen, da ich stundenlang bergauf so sehr am Lenker gezogen habe. Heute bin ich besser als bei den ersten harten Etappen mitgekommen, da ich geschnallt habe, dass sich keiner daran hält, wenn Geir sagt, dass bei den Verpflegungsstationen nicht angegriffen wird (Ne macht man auch nicht, sondern einfach nur weiter fahren und die Leute, die halten, stehen lassen). Also habe ich selber genug mitgenommen um nicht von den Stationen abhängig zu sein.
Bis dann, Dirk
(hk) Hier ein kleiner Tagesbericht von mir mal ganz persönlich in aller Eile zusammen getippt. Sorry für die Tippfehler, das Hirn bekommt hier zuwenig Sauerstoff und die Tastatur ist Norwegisch.
Bei mir ist es heute wie folgt gelaufen. Da ich als härtesten Konkurrenten einen Schweden mit dem Namen Lars habe, der bestimmt 10 kg weniger wiegt als ich und den Marathon in 2:30h läuft, habe ich mich auf die KOM Wertung spezialisiert. Lars hatte mir ja schon beim Prolog über 20 sec abgenommen. Trotzdem bin ich gestern und heute im Trikot des Gesamtführenden gefahren, da ich ihm bei der ersten Etappe über 40 sec abnehmen konnte. Aber das ist eine extra Story. Heute gab es zwei lange Anstiege. Einen direkt am Anfang und einen am Ende. Also heute hatte ich mir vorgenommen bei km 10 zu attackieren. Das hat auch prima gepasst. Erst habe ich die Gruppe klein gefahren, dann ist Lars in die Führung gegangen und genau bei km 11,73 zeigte er eine Schwäche. Er schaltete einen Gang dicker und gleich wieder zurück. Also habe ich gleich einen kleinen Bergsprint hingelegt und war 20m weggesprungen. Bis zur KOM Wertung (King Of the Mountain) hatte ich dann über 300m Vorsprung und habe gleich bis zum Sprint, der 15km weiter lag durchgezogen. Die Strassen waren da oben nass und Nebelschwaden hingen über dem Fjels, Schneefelder lagen bis zur Strasse. Nach dem Sprint drehte ich mich um und sah keinen mehr. Also bin ich weiter. Bei der ersten Verpflegung (km 20) war immer noch nichts von einer Verfolgergruppe zu sehen. Also weiter. Es ging nur bergab und die Strassen wurden langsam trockener. Erst bei km 51 tauchte eine Gruppe von gut 15 Fahrern auf, in die ich mich dann zurückfallen ließ. So sind wir dann bis km 115km dahin gerollt (35-45km/h) und dann kam der Hammer Anstieg. 1400 Höhenmeter Schotterweg und bis zu 15% Steigung. Nach dem Schotter musste ich dann anfangen zu flechten und Lars zog langsam davon. Er war einfach stärker und der Abstand wurde langsam größer und größer. Frank (der Edelhelfer von Christian, letztes Jahr zweitplazierter) holte mich ein und wir sind zusammen den Hammeranstieg hoch gekrochen. 34/27 war mir da einfach noch zu dick zum Treten. Aber Absteigen war irgendwie nicht drin. Also weiter. Ich schaute nur auf die Höhenmeter, die langsam bis auf 1850m anstiegen. Endlich oben hat Frank den zweiten gemacht und ich habe mein Leadertrikot verloren. Lars war über 4 min davongeflogen. Damit habe ich jetzt mit den 30sec Zeitgutschrift vom Sprint bestimmt 3min Abstand. Das fahre ich bestimmt in den nächsten Tagen nicht mehr zu und werde mich jetzt auf die KOM spezialisieren. Jan hatte bei km 20 einen Lagerschaden im Hinterrad und musste komplett abrechen. Mal schauen ob damit auch die Teamwertung flöten geht. Egal, ich habe jetzt alle Trikots mal gehabt, die es so gibt und werde weiter um den zweiten Platz kämpfen. Bille hält sicht tapfer und die anderen auch.
Gruß Harald
7 Kommentare:
Aloha ihr tapferen Kämpfer!
Ihr wisst gar nicht wie schön es ist eure Berichte zu lesen! Das sind echte Erfahrungen, pures Leiden und die absolute freude am Radfahren!!! Was hier so täglich über den DPA-Ticker geht ist ja nicht mehr feierlich und ich überlege ernsthaft mein traumhaftes X-Lite dem Bocholter Stadtmuseum zur Verfügung zu stellen...
Also haltet die Ohren steif und kämpft tapfer weiter! Bin ganz dolle stolz auf euch!
Viele Grüße
Bobbel
PS: Harry, 3 Min. sind doch gar nicht so viel...
Hallo Harald,
das hört sich nach hartem Kampf an - da war es letztes Jahr ja richtig gemütlich... Ich drücke Dir natürlich weiter die Daumen - Du fährst schon noch ran, da bin ich mir sicher... Schön wären Ergebnislisten, aber außer den Prologergebnissen gibts leider nix zu sehen, schade.
Schöne Grüße bitte bei Gelegenheit an das Mix-Team Christine Feger und Heiko Linnert!
Ich verfolge weiter mit Spannung die blogs und wünsche euch alles Gute!
Schöne Grüße aus dem verregneten Bonn, Arne
Liebe Bille, lieber Harald, hi Dirk,
Eure Berichte sind wirklich spannend und lustig. Ich komme mir mit meiner Unlust am Lübecker Wetter (abwechselnd Regen und Sonne bei um die 20 Grad) ein wenig kleinlich vor. Ihr seit wahre Helden: Bei Schnee und Regen so zu strampeln. Die Erfahrung im dunklen Tunnel das Rad zu wechseln ist bestimmt beeindruckend ;-)
Ich wünsche Euch weiterhin viel Spaß und Erfolg, bis bald mal in HH,
Markus
mensch das klingt härter als der kösterberg,
wenn harald schon sagt es war zu steil....
bin trotzdem neidisch auf euch bei den schönen bildern.
wengleich es hier auf dem sofa nicht so anstrengend ist.
genießt noch die tage! und harald - fahr sie kurz und klein!!!
sebastian
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